
Zusammenfassend:
- Beginnen Sie 4 Wochen vor der Reise mit gezieltem Treppensteigen, um Ihre Berg-Fitness gezielt aufzubauen.
- Nutzen Sie die „90-Minuten-Regel“ für Snacks, um Ihr Energielevel stabil zu halten und Leistungseinbrüche zu vermeiden.
- Investieren Sie in doppellagige Synthetiksocken; sie sind wichtiger als die teuersten Schuhe, um Blasen vorzubeugen.
- Priorisieren Sie langsame Trainingseinheiten (Zone 2), um die Fettverbrennung zu optimieren und eine unerschöpfliche Energiequelle aufzubauen.
Der Gedanke an einen Aktivurlaub ist verlockend: unberührte Natur, atemberaubende Ausblicke und das befriedigende Gefühl, etwas mit eigener Kraft erreicht zu haben. Doch für viele Büromenschen, deren Alltag primär aus Sitzen besteht, mischt sich in diese Vorfreude eine nagende Angst: die Angst, körperlich zu versagen. Die Sorge, die Gruppe aufzuhalten, mit schmerzendem Muskelkater aufgeben zu müssen oder den Urlaub statt zu geniessen nur zu überstehen, ist ein echtes Hindernis. Die üblichen Ratschläge wie „mehr trainieren“ oder „gute Schuhe kaufen“ sind oft zu vage und lassen die wichtigste Frage unbeantwortet: Wie genau bereitet man sich als Untrainierter auf eine Herausforderung wie 50 Kilometer Wandern in einer Woche vor, ohne den Körper zu überfordern?
Die Antwort liegt nicht in brutalem Training bis zur Erschöpfung. Der Schlüssel zum Erfolg ist ein intelligentes System, das den Körper nicht bricht, sondern gezielt aufbaut. Es geht um eine präzise „Prä-Konditionierung“, eine durchdachte „Energie-Architektur“ auf dem Trail und strategische „Regenerations-Protokolle“, die Sie jeden Tag aufs Neue fit machen. Statt auf Willenskraft allein zu setzen, verlassen wir uns auf eine Methode, die auf physiologischen Prinzipien und praxiserprobten Tricks von erfahrenen Wanderern und Trainern basiert.
Dieser Leitfaden ist Ihr persönlicher Coach und Reiseleiter. Er führt Sie durch genau dieses System. Wir werden die wissenschaftlichen Grundlagen hinter effektivem Training beleuchten, Mythen über Ausrüstung entlarven und Ihnen konkrete, umsetzbare Pläne an die Hand geben, damit Ihr Aktivurlaub zu einer Quelle der Freude und nicht der Qual wird.
Um Ihnen eine klare Orientierung zu geben, haben wir diesen Artikel in übersichtliche Abschnitte gegliedert. Jeder Teil widmet sich einem zentralen Aspekt Ihres Erfolgs-Systems, von der Vorbereitung zu Hause bis zur Regeneration im Bergbach. So können Sie sich Schritt für Schritt das Wissen aneignen, das Sie für ein unvergessliches und schmerzfreies Wandererlebnis benötigen.
Inhaltsverzeichnis: Ihr System für den schmerzfreien Aktivurlaub
- Warum Sie 4 Wochen vor der Reise mit dem Treppensteigen beginnen sollten?
- Wie nutzen Sie Kälteanwendungen im Bergbach zur schnellen Bein-Erholung?
- Rucksackgewicht reduzieren: Welche 3 „Notfall-Gegenstände“ Sie getrost zu Hause lassen können?
- Der Socken-Fehler, der jeden Aktivurlaub am zweiten Tag beendet
- Wann und was müssen Sie essen, um das Energieloch am Nachmittag zu vermeiden?
- Brustgurt oder Smartwatch: Welches Gerät misst genau genug für gesundes Training?
- Wie Sie Ihre mentale Erholung am Wochenende um 50% steigern
- Zone-2-Training für Ü50: Warum langsames Laufen gesünder für das Herz ist als Sprinten?
Warum Sie 4 Wochen vor der Reise mit dem Treppensteigen beginnen sollten?
Die effektivste Vorbereitung auf eine Wanderung mit vielen Höhenmetern ist nicht das Joggen in der Ebene, sondern das gezielte Training der spezifischen Belastung: dem Bergaufgehen. Hier erweist sich das Treppensteigen als unschlagbares Werkzeug, das Sie bequem in Ihren Alltag integrieren können. Es simuliert perfekt die konzentrische Muskelarbeit beim Aufstieg und stärkt genau die Muskelgruppen in Waden, Oberschenkeln und Gesäss, die auf dem Trail am meisten gefordert werden. Die Effektivität ist nicht nur gefühlt, sondern auch messbar.
Der eigentliche Clou ist jedoch die massive Verbesserung Ihrer kardiovaskulären Fitness. Das Herz-Kreislauf-System wird beim Treppensteigen intensiv gefordert, was zu einer deutlichen Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) führt – dem Goldstandard für aerobe Ausdauer. Laut einer 2005 im British Journal of Sports Medicine veröffentlichten Studie führte regelmässiges, kurzes Treppensteigen zu einer beeindruckenden Steigerung des VO2max-Wertes. Eine höhere VO2max bedeutet, dass Ihr Körper Sauerstoff effizienter nutzen kann, was sich in weniger Atemnot und einer langsameren Ermüdung am Berg äussert.
Um diese Vorteile optimal zu nutzen, sollten Sie mindestens vier Wochen vor Ihrer Reise mit einem progressiven Plan beginnen. Es geht nicht darum, sich von Anfang an zu verausgaben, sondern den Körper systematisch an die Belastung zu gewöhnen. Eine Studie der Universität Basel zeigte, dass Probanden, die beim Treppensteigen zwei Stufen auf einmal nahmen, ihre Gleichgewichtsfähigkeit und Ausdauerleistung am stärksten verbesserten. Beginnen Sie im Kleinen – im Treppenhaus zu Hause oder im Büro – und steigern Sie schrittweise Volumen und Intensität.
Wie nutzen Sie Kälteanwendungen im Bergbach zur schnellen Bein-Erholung?
Nach einem langen Wandertag fühlen sich die Beine oft schwer und müde an. Hier kommt ein uraltes und extrem wirksames Regenerations-Protokoll ins Spiel, das Ihnen die Natur kostenlos zur Verfügung stellt: der kalte Bergbach. Die Anwendung von Kälte, auch Kryotherapie genannt, ist eine der schnellsten Methoden, um Entzündungsprozesse in der Muskulatur zu reduzieren und die Erholung zu beschleunigen. Es ist das Geheimnis vieler Profisportler, das Sie sich ganz einfach zunutze machen können.
Der Mechanismus dahinter ist simpel und effektiv: Die Kälte bewirkt ein Zusammenziehen der Blutgefässe (Vasokonstriktion). Dadurch wird der Abtransport von Stoffwechselabfallprodukten wie Laktat aus den Muskelzellen gefördert. Wenn Sie das kalte Wasser verlassen, erweitern sich die Gefässe wieder stark, was zu einer erhöhten Durchblutung führt. Dieser „Pump-Effekt“ spült die Muskeln förmlich durch und versorgt sie mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut. Das Resultat: weniger Muskelkater am nächsten Tag und spürbar leichtere Beine.

Für eine optimale Wirkung ist die richtige Anwendung entscheidend. Es geht nicht darum, so lange wie möglich auszuhalten. Die wissenschaftlich empfohlene „2-Minuten-Regel“ besagt, dass eine Eintauchzeit von etwa zwei Minuten ideal ist. Stellen oder setzen Sie sich dazu in den Bach, sodass das Wasser Ihre Beine mindestens bis knapp unter die Knie bedeckt. Halten Sie diese Zeit durch – die anfängliche Unannehmlichkeit weicht schnell einem Gefühl der Taubheit und schliesslich der Erfrischung. Diese kurze, aber intensive Anwendung ist der perfekte Abschluss eines jeden Wandertages und eine Investition in Ihre Leistungsfähigkeit für den nächsten Morgen.
Rucksackgewicht reduzieren: Welche 3 „Notfall-Gegenstände“ Sie getrost zu Hause lassen können?
Jedes Gramm, das Sie auf dem Rücken tragen, kostet Energie. Ein leichter Rucksack bedeutet nicht nur mehr Komfort, sondern auch eine geringere Belastung für Gelenke und Muskulatur, was wiederum das Verletzungsrisiko senkt. Viele Anfänger neigen jedoch dazu, aus Angst vor unvorhergesehenen Ereignissen zu viel einzupacken. Der Schlüssel liegt in einem Effizienz-Mindset: radikal zu hinterfragen, was wirklich notwendig ist. Oft sind es gerade die vermeintlichen „Notfall-Gegenstände“, die am meisten Gewicht ausmachen und am seltensten gebraucht werden.
Hier sind drei typische Beispiele für überflüssigen Ballast:
- Das überdimensionierte Erste-Hilfe-Set: Natürlich ist ein Erste-Hilfe-Set unverzichtbar. Aber für eine einwöchige Hüttentour in einer zivilisierten Region benötigen Sie keine chirurgische Ausrüstung. Die meisten Unfälle beschränken sich auf Blasen, kleine Schnitte und Schürfwunden. Reduzieren Sie Ihr Set auf das Wesentliche: Blasenpflaster in verschiedenen Grössen, Desinfektionstücher, ein paar normale Pflaster, eine kleine Rolle Tape und vielleicht eine Schmerztablette.
- Das zweite Paar dicker Wandersocken als Ersatz: Socken sind wichtig, aber ein zweites, dickes Paar nimmt viel Platz und Gewicht ein. Eine viel leichtere und vielseitigere Alternative ist ein Paar dünner Liner-Socken aus Synthetik. Sie können unter den Hauptsocken getragen werden, um Reibung zu reduzieren, oder allein in der Hütte. Sie trocknen zudem blitzschnell.
- Das schwere Multitool oder grosse Taschenmesser: Fragen Sie sich ehrlich: Wann haben Sie auf einer Wanderung zuletzt eine Zange oder einen Dosenöffner gebraucht? Für die meisten Situationen reicht eine winzige, leichte Messerklinge (z. B. eine einzelne Rasierklinge, sicher verpackt) aus, um ein Pflaster zuzuschneiden oder eine Wurst zu zerteilen.
Die folgende Tabelle verdeutlicht das Einsparpotenzial. Ein strategisch reduzierter Rucksack erleichtert nicht nur den Aufstieg, sondern ist, wie der erfahrene Guide Thomas Lämmle treffend bemerkt, die beste Form der Unfallprävention, denn Leichtigkeit und Mobilität sind direkt miteinander verknüpft.
| Standardausrüstung | Gewicht | Ultraleicht-Alternative | Gewicht | Ersparnis |
|---|---|---|---|---|
| Grosses Erste-Hilfe-Set | 300g | Blasen-und-Schnitt-Kit | 50g | 250g |
| Zweites Paar dicke Socken | 120g | Dünne Liner-Socken | 30g | 90g |
| Multitool/Taschenmesser | 200g | Mini-Messer/Rasierklinge | 20g | 180g |
Der Socken-Fehler, der jeden Aktivurlaub am zweiten Tag beendet
Es mag kontraintuitiv klingen, aber die wichtigste Ausrüstung für einen blasenfreien Aktivurlaub sind nicht die 300-Euro-Wanderschuhe, sondern die 20-Euro-Socken. Eine einzige Blase am falschen Ort kann selbst die stärksten Wanderer zur Verzweiflung bringen und den Urlaub vorzeitig beenden. Der häufigste und fatalste Fehler, den Anfänger machen, ist die Wahl des falschen Sockenmaterials: Baumwolle. Baumwollsocken sind der Erzfeind jedes Wanderers.
Warum ist das so? Baumwolle saugt Schweiss wie ein Schwamm auf, verliert aber im nassen Zustand jede Form und Isolationswirkung. Die feuchte Socke klebt an der Haut, weicht sie auf und macht sie extrem anfällig für Reibung. Jede kleine Bewegung im Schuh wirkt dann wie Schmirgelpapier auf der aufgeweichten Haut – eine Blase ist vorprogrammiert. Moderne Wandersocken aus einem Gemisch von Wolle (Merino) und Synthetikfasern (wie Polyamid oder Elasthan) sind hier die Rettung. Sie leiten die Feuchtigkeit aktiv von der Haut weg, behalten ihre Form und polstern auch im feuchten Zustand.
Ein weiterer Profi-Tipp ist das Tragen von doppellagigen Socken. Wie eine erfahrene 50km-Wanderin berichtet: „Ich schwöre auf meine synthetischen, doppellagigen Wandersocken! Kein anderer Strumpf kommt über meine Füsse, wenn ich Distanzen über 20 km zurücklegen möchte.“ Das Prinzip ist einfach: Die unvermeidliche Reibung entsteht zwischen den beiden Sockenlagen statt zwischen Socke und Haut. In Kombination mit gut passenden Schuhen, die etwa 1 bis 1,5 Grössen grösser gekauft werden, um dem Anschwellen der Füsse Platz zu geben, ist dies die ultimative Blasen-Versicherung. Die goldene Regel lautet: „Nichts Neues auf den Trail“. Socken und Schuhe müssen unbedingt auf kürzeren Vorbereitungswanderungen eingelaufen und getestet werden.
Wann und was müssen Sie essen, um das Energieloch am Nachmittag zu vermeiden?
Jeder Wanderer kennt es: das gefürchtete Energieloch am Nachmittag. Plötzlich fühlen sich die Beine bleischwer an, die Konzentration lässt nach, und die Motivation sinkt auf den Nullpunkt. Dieses Phänomen ist selten ein Zeichen mangelnder Fitness, sondern meist das Ergebnis einer falschen Energie-Architektur. Viele Anfänger machen den Fehler, mittags eine grosse, schwere Mahlzeit zu essen. Der Körper leitet daraufhin einen Grossteil seiner Energie in den Verdauungstrakt, was zu Müdigkeit und Trägheit führt – das klassische „Schnitzelkoma“ auf dem Berg.
Die Lösung ist eine Umstellung von wenigen grossen Mahlzeiten auf viele kleine, regelmässige Snacks. Das Ziel ist es, dem Körper kontinuierlich Energie zuzuführen und so den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Dadurch werden Leistungseinbrüche vermieden. Als Faustregel hat sich ein einfaches Prinzip bewährt, das von Ernährungsexperten und erfahrenen Ultraläufern gleichermassen empfohlen wird. Die Ernährungsexperten empfehlen die ’90-Minuten-Regel‘: Alle 60 bis 90 Minuten sollte eine kleine Portion von etwa 30-60 Gramm Kohlenhydraten konsumiert werden. Dies entspricht in etwa einer kleinen Handvoll.
Bei der Wahl der Snacks ist es wichtig, auf eine gute Mischung aus schnell verfügbaren und langsam freisetzenden Kohlenhydraten sowie etwas Protein und Fett zu achten. Entscheidend ist auch, dass die Snacks praktisch und hitzebeständig sind. Schokolade mag verlockend sein, ist aber im Sommerrucksack eine schlechte Idee. Hier ist eine Liste an praxiserprobten, bombenfesten Trail-Snacks:
- Datteln gefüllt mit Mandelmus: Die perfekte Kombination aus dem schnellen Zucker der Dattel und den langsamen Fetten und Proteinen des Muses.
- Selbstgemachte Energy Balls: Kompakt, stabil und individuell anpassbar (z. B. aus Haferflocken, Nüssen, Trockenfrüchten).
- Hartkäse-Würfel: Liefern wertvolles Protein und Salz, das durch Schwitzen verloren geht.
- Beef Jerky oder Tofu Jerky: Eine salzige, haltbare und proteinreiche Alternative zu süssen Snacks.
- Nüsse gemischt mit Trockenfrüchten: Der Klassiker „Studentenfutter“ bietet eine ausgewogene Balance aus schnellen und langsamen Energiequellen.
Brustgurt oder Smartwatch: Welches Gerät misst genau genug für gesundes Training?
Die Messung der Herzfrequenz ist ein wertvolles Werkzeug, um das Training zu steuern und im richtigen Intensitätsbereich zu bleiben, insbesondere für die wichtige Grundlagenausdauer. Doch die Fülle an technischen Geräten, von Smartwatches mit optischer Messung am Handgelenk bis hin zu Brustgurten mit EKG-genauer Messung, kann verwirrend sein. Welches Gerät ist für einen Wander-Anfänger genau genug?
Für die meisten Trainingszwecke liefert ein Brustgurt zweifellos die präziseren Daten. Er misst die elektrische Aktivität des Herzens direkt und ist unempfindlich gegenüber Bewegungsartefakten, Schweiss oder der Passform am Handgelenk. Wenn Sie Ihr Training wissenschaftlich exakt steuern möchten, ist der Brustgurt die erste Wahl. Moderne Smartwatches mit optischer Pulsmessung haben in den letzten Jahren jedoch enorm aufgeholt. Bei gleichmässigen Belastungen wie dem Wandern oder Laufen in der Ebene liefern sie oft erstaunlich genaue Werte. Ihre Schwächen zeigen sich bei schnellen Intensitätswechseln (Intervallen), Kälte (verengte Blutgefässe) oder wenn die Uhr verrutscht.

Doch bevor Sie viel Geld in Technik investieren, gibt es eine kostenlose und vielleicht sogar bessere Methode, um die richtige Intensität zu finden: den „Sprech-Test“. Dieser einfache Test fördert die Körperwahrnehmung statt der Abhängigkeit von Technik. Die Expertin von Bergnomadin empfiehlt ihn als das ultimative, natürliche Messgerät. Die Regel ist simpel: Solange Sie in der Lage sind, sich in ganzen Sätzen flüssig zu unterhalten, ohne nach Luft zu schnappen, befinden Sie sich im perfekten Bereich für das Training der Grundlagenausdauer (Zone 2). Wenn Sie nur noch einzelne Wörter herauspressen können, ist die Intensität zu hoch. Könnten Sie hingegen noch problemlos ein Lied singen, ist die Belastung zu gering. Dieser Test ist nicht nur verblüffend genau, sondern schult auch das Wichtigste für einen langen Aktivurlaub: das Zuhören auf die Signale des eigenen Körpers.
Wie Sie Ihre mentale Erholung am Wochenende um 50% steigern
Die Vorbereitung auf einen Aktivurlaub findet nicht nur im Fitnessstudio oder auf der Treppe statt, sondern auch im Kopf. Eine erfolgreiche Trainingsphase erfordert Organisation und mentale Frische. Oft scheitert der gute Vorsatz, unter der Woche zu trainieren, an der Hektik des Alltags und der abendlichen Entscheidungsmüdigkeit. Ein kleines, aber mächtiges Ritual am Sonntagabend kann hier den entscheidenden Unterschied machen und Ihre mentale Erholung sowie die Trainingskonsequenz signifikant steigern.
Dieses „Sonntags-Reset-Ritual“ dient dazu, die kommende Woche vorzustrukturieren und mentale Hürden abzubauen. Indem Sie Entscheidungen im Voraus treffen, schaffen Sie Kapazitäten und reduzieren den Stress. Es geht darum, aus dem reaktiven Modus in einen proaktiven zu wechseln. Gleichzeitig ist die bewusste Auseinandersetzung mit der Natur ein Kernelement. Eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie zeigt, dass regelmässige Bewegung in der Natur nicht nur den Cortisolspiegel senkt, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden um bis zu 20% verbessern kann. Der achtsame Spaziergang ist also nicht nur eine nette Ergänzung, sondern ein integraler Bestandteil Ihrer mentalen und physischen Regeneration.
Das Ritual selbst ist einfach, aber wirkungsvoll und sollte als fester Termin im Kalender stehen. Es ist Ihre Investition in eine stressfreie und erfolgreiche Trainingswoche, die Sie Ihrem Ziel jeden Tag ein Stück näherbringt.
Ihr Plan für den perfekten Start in die Woche: Das Sonntags-Reset-Ritual
- Planungs-Session (15 Min.): Nehmen Sie sich am Sonntagabend 15 Minuten Zeit und planen Sie Ihre Trainingseinheiten für die kommende Woche fest in Ihren Kalender ein, wie wichtige Geschäftstermine.
- Mikro-Workout-Tasche packen: Legen Sie Ihre Sportkleidung und Schuhe für das nächste Training bereits komplett bereit. Das eliminiert die morgendliche Ausrede, „nichts zum Anziehen zu finden“.
- Routen festlegen: Legen Sie die genauen Routen für Ihre Spaziergänge oder Läufe fest. So müssen Sie nicht mehr darüber nachdenken, wohin Sie gehen sollen.
- Achtsamer Spaziergang (60 Min.): Machen Sie einen einstündigen Spaziergang in der Natur oder einem Park – bewusst ohne Handy, Musik oder Podcast. Konzentrieren Sie sich nur auf Ihre Umgebung und Ihre Atmung.
- Ausrüstung für Montag vorbereiten: Legen Sie Ihre Wanderschuhe und die passenden Socken für den Weg zur Arbeit oder ein Treppen-Workout am Montag bereit, um den Impuls direkt umzusetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Gezieltes Treppensteigen ist zur Vorbereitung auf Höhenmeter deutlich effektiver als Laufen in der Ebene.
- Die Wahl der richtigen Socken (doppellagig, Synthetik) ist entscheidender für die Blasenprävention als der Preis der Wanderschuhe.
- Langsames Training im „Sprechtempo“ (Zone 2) ist der Schlüssel zur Entwicklung einer unerschöpflichen Ausdauer, da es den Körper lehrt, effizient Fett zu verbrennen.
Zone-2-Training für Ü50: Warum langsames Laufen gesünder für das Herz ist als Sprinten?
Im Fitnessbereich herrscht oft der Irrglaube, dass Training nur dann effektiv ist, wenn es hart, schnell und schmerzhaft ist. Besonders für Personen über 50 und Einsteiger, deren Ziel eine lange Ausdauerleistung ist, ist genau das Gegenteil der Fall. Der Schlüssel zu einer robusten, unerschöpflichen Ausdauer liegt im langsamen Training, dem sogenannten Zone-2-Training. Dies ist der Intensitätsbereich, in dem Sie sich noch mühelos unterhalten können – das „Sprech-Tempo“.
Warum ist dieses langsame Training so überlegen? Wie die Expertin Kathrin von Bergnomadin erklärt, passieren im Körper bei dieser geringen Intensität wahre Wunder: „Sie bauen mehr kleine Kraftwerke (Mitochondrien) in Ihren Muskeln. Das trainiert den Körper, effizienter Fett zu verbrennen, was Sie auf langen Wanderungen quasi zu einer ‚unendlichen Energiequelle‘ macht“. Während bei hoher Intensität primär die begrenzten Kohlenhydratspeicher geleert werden, schaltet der Körper in Zone 2 in den Fettverbrennungsmodus um. Da selbst die schlanksten Menschen über riesige Fettreserven verfügen, wird die Energiequelle praktisch unerschöpflich. Dies ist der Grund, warum erfahrene Langstreckenwanderer stundenlang in einem gleichmässigen Tempo gehen können, ohne Energieriegel im Minutentakt zu benötigen.
Dieses Prinzip ist nicht nur eine Theorie, sondern entscheidet in der Praxis über Erfolg und Misserfolg. Die Effektivität dieses Ansatzes ist messbar: Studien zeigen, dass die Finisherquote bei Ultrawanderungen ohne gezieltes Training im Grundlagenausdauerbereich oft nur bei 25-50% liegt. Wer hingegen den Grossteil seines Trainings langsam absolviert, baut ein solides Fundament, das ihn über die Ziellinie trägt. Für Wander-Einsteiger bedeutet das: Die meisten Ihrer Vorbereitungseinheiten sollten sich entspannt und fast zu einfach anfühlen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern der intelligenteste Weg, um für lange Distanzen stark zu werden.
Ihr Aktivurlaub ist nun kein ungewisses Wagnis mehr, sondern ein erreichbares Ziel, das auf einem klaren System basiert. Sie sind nicht nur vorbereitet, sondern auch befähigt. Beginnen Sie noch heute mit der Planung Ihrer ersten Einheit auf der Treppe – der erste Schritt zu Ihrem unvergesslichen Abenteuer.
Fragen und Antworten zu Wandersocken und Blasenprävention
Warum sind Baumwollsocken problematisch?
Baumwollsocken saugen Schweiss wie ein Schwamm auf, weichen die Haut auf und machen sie anfällig für Blasen. Woll-/Synthetik-Socken leiten hingegen Feuchtigkeit ab.
Wann sollte ich neue Wandersocken einlaufen?
Niemals neue Socken oder Schuhe erst im Urlaub tragen! Die Regel ‚Nichts Neues auf den Trail‘ gilt – alles muss auf Vorbereitungswanderungen getestet werden.
Wie pflege ich Wandersocken unterwegs richtig?
Socken am Abend immer lüften und trocknen. Der ‚Zeltleinen-Trick‘: Socken über Nacht aussen am Rucksack aufhängen. Eine trockene Socke ist wichtiger als eine warme.